Man flucht viel mehr, wenn man tot ist

„Man flucht viel mehr, wenn man tot ist“,  ist der neue Roman der Autorin Heike Bicher-Seidel…
er erschien über den HYBRID VERLAG und ist eine Mystery Romance…..

der Blick auf den Klappentext:
Ivy wacht nach monatelangem Koma auf und nichts ist wie zuvor. Sie muss die alltäglichsten Dinge wieder lernen und nicht nur Ivy, sondern auch ihre Eltern und ihr Verlobter sind mit der Situation überfordert. Als der Maler Jarik auftaucht, kann sich Ivy nicht erklären, warum ein Fremder Bilder von ihr malt. Aber obwohl sie sich nicht an Jarik erinnert und ihre Familie ihn für einen Stalker hält, fühlt sich Ivy zu ihm hingezogen.

Hin- und hergerissen zwischen ihrem Verlobten und dem Maler findet Ivy eine schockierende Wahrheit, die ihr Leben erneut völlig aus der Bahn wirft.

mein Blick auf das Buch:
der Klappentext sagt eigentlich gar nicht aus, was für eine große Geschichte in diesem Buch steckt…er preist das Buch an…macht neugierig darauf…aber verraten tut er wirklich gar nichts…
das Cover gefällt mir…Titel wie Bild wirken passend zur Geschichte…die Schrift stimmig ausgewählt und angeordnet…

mein Blick in das Buch:
„Anders sein“…anders ist weder gut, noch schlecht…es ist einfach nur anders….
leider macht „Anders sein“ anderen Menschen oft Angst…oder berührt sie peinlich…
das mussten in diesem Buch gleich zwei Personen erfahren…

Ivy erfährt es durch eine Behinderung…wie sie von ihrer Umwelt wahrgenommen wird…wie sogar Teile ihrer Familie reden…
wie sie in eine Schublade voller Peinlichkeiten gesteckt wird…wie man sie lieber verstecken, als der Welt als stolze Kämpferin zeigen möchte…denn genau das ist Ivy, eine Kämpferin…ins Leben zurück gekämpft, muss sie Dinge für sich klären…sie muss einen Weg finden, der sie glücklich und zufrieden macht…
ihr aktuelles Leben scheint da nicht so passend zu sein…
zum einen ist da Joachim, ihr Verlobter…zum anderen Jarik…

Jarik ist auch so ein Anders Mensch…er glaubt, er könne Geister sehen…oder sieht er sie wirklich? auf jeden Fall stellt auch dies für andere ein Problem dar…und das obwohl damit weder jemanden weh tut, noch zu nah tritt…
tauschen möchte man weder mit Yvi, noch mit Jarik…

die Charaktere in dieser Geschichte sind durchweg gut dargestellt…sie wirken in ihren Rollen passend und authentisch…sie füllen diese aus und scheinen sich darin auch wohl zu fühlen…das fällt besonders bei Yvi’s Mutter auf…aber auch bei Joachim und den beiden Protas…
die Protas sind sehr eckig und kantig dargestellt…besonders Jarik…ihm liegt nicht an Menschen die sich fügen…ihm nach dem Mund reden…er möchte Menschen so wie sie sind…wild…verrückt…einzigartig…nicht kompatibel mit der Masse…
die Autorin hat es gut geschafft dies in seiner Figur rüber zu bringen…der Feingeist, den viele so nicht sehen wollen…

Beschreibungen von Situationen werden sehr wortreich ausgestattet…das ermöglicht beim lesen, das da einfach ein Film abläuft, vor meinem inneren Auge…
die Geschichte hat mich einfach mitgenommen…sie hat mich auf den ersten Seiten in ihren Bann gezogen…
die Story ist gut aufgebaut…Themen die in ihr einen Platz finden, sind gut ausgewählt und umgesetzt worden…der Hauch von Magie, passend platziert…
der Spannungsbogen gut gehalten…die Geschichte so in ihrer Art nicht vorhersehbar…
der Schreibstil flüssig und in einer angenehmen Sprache…diese passt sich besonderen Situationen auch immer wieder individuell an…
Die Geschichte überschüttet beim Lesen mit Gefühlen…du bist wütend…verliebt…getroffen…sie bereitet Bauchschmerzen…oder läßt Schmetterlinge fliegen…

einige Stellen in dem Buch haben mich beim lesen sehr betroffen gemacht…zum Beispiel der Umgang zwischen Mutter und Tochter…für mich nicht nachvollziehbar wie man so mit seinem Kind umgehen kann…wie man von so viel Peinlichkeit besetzt sein kann…allerdings finde ich das Thema Behinderung eh sehr schwierig…und würde mir für unsere Gesellschaft einen besseren Umgang damit wünschen…

Fazit:
Am Ende bleibt zu sagen, es ist eine Geschichte die sich lohnt zu lesen…
die Gefühle wachruft…die wütend werden lässt…
aber am Ende geht man versöhnlich auseinander…
absolute Leseempfehlung

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