Zwischen uns die Wolken

das Jahr 2018 habe ich mit dem Buch „Zwischen uns die Wolken“ von Hailey J. Romance beendet…ich durfte dieses wunderbare Werk vorab lesen und danke der Autorin für das mir entgegen gebrachte Vertrauen…
es ist nicht unbedingt ein Genre welches ich oft lese…nicht weil ich es nicht kann, sondern weil ich einfach viel lieber in fiktive Welten abtauche… und die Autorin schreibt eigentlich auch eher etwas anderes…

meine Rezi zu diesem Buch wird dieses mal anders sein als sonst…
zuerst möchte ich euch den Klappentext zeigen…
danach dann einfach ungefiltert meine Eindrücke…der Beitrag wird quasi geschrieben während ich das Buch lese…nur wenig werde ich im nach hinein verändern…

der Blick auf den Klappentext:
Emily wird sterben!
Zwar findet sich die junge Frau mit ihrem Schicksal ab, doch es gibt etwas, das ihr sehr am Herzen liegt, sie aber nicht mehr selbst zu Ende bringen kann. Daher bittet sie ihre Cousine Paige um einen Gefallen, der es in sich hat!

Anfangs wehrt sich Paige strikt dagegen, will Emily deren letzten Wunsch aber auch nicht abschlagen. Also nimmt sie Kontakt zu Preston auf, dem Mann, der Emilys Gedanken bis zuletzt beschäftigt hat.

Für Paige beginnt eine Zeit, die sie reifen lässt und die ihr die Bedeutung des Lebens und der wahren Liebe erst richtig vor Augen führt.

Doch dann geschieht etwas Unvorhergesehenes, und für die junge Frau ist am Ende nichts mehr, wie es einmal war …

„Ein Buch über Verlust, den Wert der wahren Liebe und das Leben danach …“

Mein Blick auf das Buch:
der Klappentext verrät eigentlich recht gut worum es in diesem Buch geht…
um Verlust…um die Liebe…und um das Leben…
er hat mein Interesse an der Story definitiv geweckt…
Das Cover find ich sehr schön und auch passend zur Story gewählt…es ist mit seinen zarten Farbenangenehm anzuschauen…aber auch Schrift und Anordnung dieser wirken einfach passend und runden das ganze Bild stimmig ab…

Mein Blick in das Buch:
ich geh an dieses Buch mit gemischten Gefühlen…ich weiß nicht was es mit mir machen wird…ich weiß auch nicht ob ich es schaffen werde, es zu Ende zu lesen…
ich werde während des Lesens versuchen, meine Gedanken aufschreiben….nicht zum Inhalt, sondern zu dem was das Buch mit mir macht…
ich bin selbst vor 3 Jahren an Krebs erkrankt…und wenn du dann so ein Buch in den Händen hältst, dann merkst du ganz schnell ob sich jemand mit diesem Thema reell auseinander gesetzt hat, oder ob er einfach ein Buch positiv zu Ende bringen wollte…du erkennst diese Ehrlichkeit in den Aussagen…weil es einfach deine eigenen Gedanken sind…deine eigenen Gefühle an die du dich zurück erinnerst…

was mir gleich zu Beginn auffällt ist, das dieses Buch trotz einer mitklingenden Traurigkeit, unwahrscheinlich viel Ruhe ausstrahlt…ich habe jetzt 5% gelesen und ich fühle mich ruhig, in meinen Gedanken in vielen Aussagen wiederfindend…bestärkt im eigenen Denken und ich merke das mich gerade der Anfang an das Sterben, die letzten Stunden, meiner Ma erinnert…das stimmt mich traurig, aber irgendwie auch dankbar…

„das Einzige, was Emily jetzt noch braucht, ist ein Mensch an ihrer Seite, der sie behutsam und ruhig über die Brücke geleitet, nicht mehr und nicht weniger“

„Das Meer liegt so ruhig vor uns, als würde es mit Emily sterben.
Ist es eine Geste an sie? Will es ihr damit zeigen das es okay ist, die letzte Reise anzutreten, ohne Furcht und Hektik, in aller Ruhe…“

15%
was ist wenn ein sterbender Mensch dich um einen letzten Gefallen bittet?
Und was passiert wenn dieser Wunsch mit deiner Ethik nicht konform läuft?
wirst du ihn trotzdem erfüllen? wirst du ihn einfach verstreichen lassen? Frei nach dem Motto „der ander merkt es nicht mehr“?…
eine Frage die sich auch mir beim lesen stellte…
eine wahre Antwort kann wohl nur geben wer in der Situation steckt…es sagt sich leicht das man den letzten Wunsch erfüllt oder eben auch nicht…aber manchmal ist das viel schwerer als gedacht…

„ich sterbe nur, aber ihr alle müsst damit leben, und das tut mir so unendlich leid“

„Zwischen uns sind bald nur die Wolken, sonst nichts“

ist es das?
trennen uns wirklich nur die Wolken?
keiner weiss es und doch brauchen wir irgendetwas an das wir uns festhalten können…und genau deshalb denke ich „ja, uns trennen nur die Wolken“

das was nach dem Tod eines Menschen zurück bleibt sind Trauer und viele Gedanken und Fragen…Fragen in Bezug ob wirklich alles so war/ ist wie man es immer gesehen hat…
oder wurde man getäuscht?
Sollte man manche Dinge einfach so sehen, weil es für die, die zurück bleiben einfacher ist?

ca 80%
ich bin in diesem Buch gefangen…deshalb kann ich nicht genau sagen wo ich mich % mäßig gerade befinde…es ist dunkel und einziges Licht ist das meines Kindles…dieses Buch fesselt mich…es ist so riesig und komplex…und seine ganze Größe wird, glaube ich, nur verstehen wer auf beiden Seiten gesessen hat…der eine schwere Krankheit die sein Leben bedrohte, bekämpfen musste und der auf der anderen Seite einen Menschen bis zu seinem letzten Atemzug begleitet hat…oder halt durch so eine Therapie…

„es sollte jetzt nur um ihn gehen. Wir können weinen, toben und alles hassen, wenn er nicht mehr da ist, aber noch ist er da und deshalb müssen wir uns zusammenreißen.“

ich habe dieses Buch in erster Linie als selbst an Krebs Erkrankte gelesen…und ich habe mich selbst betrauert…ich habe mein altes Leben betrauert…dieses, welches niemals wieder kommt…dieses das mir heute, 3 Jahre nach Therapieende, aber auch gar nicht mehr so fehlt…denn ich habe mein neues Leben angenommen und ich mache jeden Tag das Beste daraus…und ein ständiger Begleiter bleibt immer die Angst…mal stärker…mal schwächer…aber immer allgegenwärtig…

„Sterben ist keine Option. Und bis heute und nach all dem, was ich bis jetzt durchgemacht habe, denke ich zwar immer noch so, doch auch ich kann nicht verleugnen, dass tief in mir eine beinahe traumatische Angst sitzt, die ich nur schwer kontrollieren kann.“

100%
trotz aller Schicksalsschläge und Trauer hat die Autorin es geschafft ein Buch zu schreiben an dessen Ende man lächeln kann…denn trotz aller Trauer gibt es doch immer auch ein wenig Hoffnung…und manchmal keimt daraus auch neues Glück…
das ist nicht leicht…ohne Frage…
und lange dachte ich „wie soll denn das Buch einen für mich vernünftigen Abschluss haben?“…aber das hat funktioniert…Danke liebe Hailey, ich bin zu tiefst berührt…ich habe beim Lesen einige Momente meines Lebens erneut durchlebt…aber, ich fühlte mich zu jeder Zeit gut in deiner Geschichte aufgehoben…

„“Die Erinnerung ist ein Fenster, durch das ich dich sehen kann, wann immer ich will“, flüstere ich gedankenverloren…“

„Wenn das Unausweichliche vor  uns liegt, sollten wir erkennen, das kaum jemand ohne Blessuren durchs Leben geht.
Wir sollten uns davon nicht schwächen lassen.“

Fazit:
wow…was für eine Geschichte…so riesig und komplex…so voller Liebe, Hoffnung und Trauer…eine Geschichte die dich tief im Inneren berühren wird…eine Geschichte die dich mit nimmt…die zurück, aber auch nach vorn schauen läßt…und die dich vor allem im Jetzt und Hier verankert…und nur das zählt…es ist egal was gestern war und was morgen wird…es zählt der Moment und Augenblick…

Charaktere mit einem enormen Tiefgang…mit Stärke und unwahrscheinlich viel Mut und Emotionen…

ich fühle mich nach wie vor sprachlos…meine Gedanken kreisen um die Geschichte…man erkennt in ihr das hier jemand schreibt der erlebt hat…ich bin selbst an Krebs erkrankt und in vielen Gedanken hab ich mich wieder gefunden…das kann niemand erkennen oder verstehen der es nicht erlebt hat…

ich danke der Autorin für diese sehr gefühlvolle Geschichte…für die bewegenden Lesestunden…ich fühlte mich trotz aller Trauer zu jeder Zeit gut aufgehoben…
„Zukunft wird aus dem Schicksal geboren.“ – das sollten wir nie vergessen.

 

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